10 Seconds… Stand by… GO! Das Startsignal, dass deinen Puls auf 200 rauf treibt, deinen Focus zu 100% auf die bevorstehende Aufgabe richtet und dich gleichzeitig vor Stolz lächeln lässt. Genauso hat für uns, das Team Crossfit WN, jedes einzelne der sechs Workouts begonnen, mit denen wir vergangenes Wochenende in der ausverkaufen Halle des Velodroms in Berlin konfrontiert wurden. Mein bzw. unser größtes sportliches Ziel hat sich mit diesem Wochenende erfüllt und nun ist es Zeit, Resume zu ziehen..

Mittwoch, 16.05. – Ankunft in Berlin

Nach zwei Jahren gezieltem Training ist es endlich soweit, das Flugzeug nach Berlin hebt mit Team Crossfit WN an Board ab. Dort angekommen verbringen wir den Abend damit, uns im „Crossfit Grenzgänger“ auf die bevorstehenden Tage vorzubereiten.

Quasi ein letztes Feintuning: Taktik, Kommunikation im Team, dem gefürchteten Handstand Walk den letzten Feinschliff geben.

Donnerstag, 17.05. – Registration

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einer letzten lockeren Trainingseinheit betreten wir für die Registrierung und ein erstes Athletenbriefing zum ersten Mal das Velodrom, Austragungsort der Regionals. Das blau-schwarze Rogue-Rig, die 10 Lanes, helle Scheinwerfer, alles so, wie man es aus den Live-Übertragungen der letzten Jahre kennt. Und jetzt stehen wir selbst hier und wissen, morgen ist es soweit, morgen sind wir es, die diesen Competition Floor betreten werden – die Aufregung steigt!

Freitag, 18.05.Wettkampftag 1

Ich habe unruhig geschlafen weil ich die zwei an diesem Tag folgenden Workouts wieder und wieder im Kopf durchgegangen bin. Beim Frühstück bestätigen mir meine Kollegen Dani, Steffi und Chris, dass es ihnen ähnlich ergangen ist.

Kurz darauf befinden wir uns auch schon in der Warm Up Area, wo wir uns neben Annie, Gudmundsson und Co. für die folgenden Workouts aufwärmen – VERRÜCKT!

Und dann ist es auch schon soweit, wir werden auf die Prestage gerufen und beim nächsten Wimpernschlag stehen wir auch schon am Competition Floor. 10 Seconds… Stand by… GO!

EVENT 1
As MFMF (m=male, f=female) relay:

  • 25 overhead squats
  • 150 double-unders

Then, as a relay: Handstand walk over obstacle course

Time cap: 17 minutes

Overhead Squats und Double Unders liefen für uns sehr gut und wir konnten als zweitschnellstes Team den zweiten Teil des Workouts starten – den Handstand Obstacel Course, den jedes Teammitglied einmal absolvieren musste. Nachdem Chris problemlos über die Hindernisse gegangen war, war ich an der Reihe. So spielend ich das erste Hindernis überwinden konnte, so schwer fiel mir das zweite.

Nach gefühlten 100 gescheiterten Versuchen, hatten uns fast alle Teams in unserem Heat überholt und das Timecap von 17 Minuten beendete meinen verzweifelten Kampf, das Workout erfolgreich zu beenden.

Für die pure Enttäuschung, die du in diesem Moment verspürst bleibt aber nicht viel Platz denn du hast nur knapp eine Stunde Zeit um dich auf das nächste Event vorzubereiten. Also Kopf hoch, weiter geht’s…

 EVENT 2

4 rounds for time of:

  • 200-m run (pairs)
  • 25 synchro chest-to-bar pull-ups (pairs)
  • 10 Worm clean and push presses (team) 

Time cap: 17 minutes

So ernüchternd wie der Wettkampf für uns begonnen hatte, so ging er auch weiter. Auf Grund einer hartnäckigen Schulterverletzung hatte Steffi große Probleme mit den syncro C2B Pull Ups, welche wir dadurch in sehr kleine Sätze aufbrechen mussten. Eine sehr konstante und souveräne Leistung am Wurm konnte den großen Rückstand aber leider nicht wettmachen wodurch auch diesmal das Timecap unser Workout vorzeitig beendete.

Samstag, 19.05. – Wettkampftag 2

Der erste Tag lief für uns leider alles andere als gut und sehr ernüchtert starteten wir dadurch den zweiten. Für mich war ab diesem Zeitpunkt die Aussicht auf eine Qualifikation zu den Games in weite Ferne gerückt wodurch ich beschloss, jede Sekunde der folgenden zwei Tage zu genießen, mir möglichst wenig Druck zu machen und einfach nur Spaß am Wettkampf zu haben.

 EVENT 3

For time:
MF Pair 1
3 rounds:

  • 30 / 20-cal. Assault Bike
  • 21-15-9 partner deadlifts, 200kg

MF Pair 2
1 round:

  • 90 / 60-cal. Assault Bike
  • 45 partner deadlifts, 200kg

Time cap: 17 minutes

Endlich lief es ein bisschen besser. In Event 3 konnten wir zwar keine unserer Stärken ausspielen, aber mit konstanter Leistung sowohl am Bike als auch bei den Partner Deadlifts erstmals an diesem Wochenende ein paar Ränge am Gesamt-Leaderboard nach oben klettern.

 EVENT 4

For time:

  • 40 Worm thrusters
  • 40 Worm burpees
  • 30 Worm thrusters
  • 30 Worm burpees

Time cap: 12 minutes

Heatwin für Team Crossfit WN!! Workout 4 war für mich persönlich das härteste an diesem Wochenende. Wir wussten aber, dass wir sehr souverän bei Worm-Thrusters sind und hatten einen sehr guten und überlegten Gameplan. Dieser ging dann auch perfekt auf und wir überquerten als erstes Team in unserem Heat die Ziellinie

Die Freude meine Teamkollegen war riesig, einzig alleine ich bekam unseren Triumph nur bedingt mit, da ich keuchend am Boden hinter der Finishline lag und damit zu tun hatte, nicht das Bewusstsein zu verlieren.

All jene, die das Workout via Live Stream verfolgt haben, wissen wovon ich spreche!

Sonntag, 20.05. – Wettkampftag 3

Wir starteten den letzten Tag im Gesamtranking auf dem 18. Platz. Jetzt war das einzige Ziel so viele Plätze wie möglich gut zu machen. Aber uns stand ein weiteres sehr forderndes Workout bevor, mit welchem wir auch wieder Probleme kriegen würden.

 EVENT 5

For time:

Female athletes complete:

  • 20 rope climbs (pair)
  • 40-cal. row (each)
  • 60 snatches, 43kg (pair)

Then, male athletes complete:

  • 20 rope climbs (pair)
  • 40-cal. row (each)
  • 60 snatches, 135 61kg (pair)

Time cap: 17 minutes

Der Erfolg dieses Workouts stand und fiel mit der Leistung der Frauen bei den 20 Rope Climbes. Wenn man hier zu viel Zeit liegen gelassen hat, hatte man im restlichen Workout kaum eine Chance, diese wieder gut zu machen. Auch hier holte uns das Timecap im Ruder-Satz der Männer ein, da Steffi und ich sichtliche Probleme bei den Ropeclimbes zuvor hatten. Die Motivation war im Keller aber wir wussten, dass das letzte Workout des Wochenendes unser bestes werden könne und genau so war es dann auch…

 EVENT 6

For time:

  • 144 handstand push-ups
  • 144-ft. Worm lunges 

Time cap: 9 minutes

Eeendlich Handstand Push ups! Das ist unsere Übung, mit der können wir uns einen ordentlichen Vorsprung herausarbeiten.

Als zweites Team beendeten wir die 144 Wiederholungen und sprinteten für die letzten zwei Längen Lunges zu unserem Wurm. Diese waren fehlerfrei und konstant, leider aber ein bisschen zu langsam und so wurden wir in unserem Heat „nur“ dritter, was aber im gesamten Teilnehmerfeld zu einem 7 Platz – unserem besten Regionals Ergebnis – führte.

Platzierungen Team Crossfit WN

Event 1:          24        (Zeit: Cap+5)

Event 2:          19        (Zeit: Cap+130)

Event 3:          11        (Zeit: Cap+6)

Event 4:          10        (Zeit: 11:18:15)

Event 5:          22        (Zeit: Cap+102)

Event 6:          7          (Zeit: 06:00:37)

Overall:           15        (300 Punkte)

Fazit: Gesamtrang nach 6 Workouts: 15. Nicht die Platzierung, die wir uns erhofft haben aber trotz allem werden uns die Regionals als das wohl coolste Erlebnis unserer bisherigen sportlichen Karriere in Erinnerung bleiben. Perfekte Organisation, verrückte Workouts und noch verrücktere Athleten und eine unglaubliche Stimmung. Das macht Lust auf mehr und lässt uns bereits jetzt Pläne für die kommende Saison schmieden.

Ich möchte mich im Namen des Teams an dieser Stelle bei allen Personen bedanken, welche die Regionals zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben. Danke an Teamcaptain/Coach Thomas Barisich und das gesamte Team von Crossfit WN, Max, Willi und die CrossZone, unsere Sponsoren Northern Spirit und Baumeister Günter Jakubec, Coach JA Myburgh sowie die rund 150 Österreicher, die uns vor Ort lautstark angefeuert haben. Ihr seid der Wahnsinn!!

Gratuliere Lisa Lettner! Unsere Kollegin aus Innsbruck ist als „Individual“ Athletin an den Start gegangen und hat die Regionals am 27. Gesamtrang beendet – eine spitzen Leistung in diesem starken Teilnehmerfeld!

Na dann an die Langhanteln! Die nächste Saison steht schon vor der Tür und wir werden alles für ein Comeback im nächsten Jahr geben!