CrossZone | Games Recap

Mit dem Sieg der Open in Österreich konnten sich mein Coach und Trainingskollege Chris Körner und ich vergangenen Winter als „National Champions“ für die Games 2019 in Madison/USA qualifizieren und uns damit unseren größten Traum als Sportler erfüllen..

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Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht, denn ehe man sich versieht, ist das ganze Spektakel auch schon wieder vorbei. Eine Woche nach unserer Rückkehr aus Amerika hat sich der ganze Trubel gelegt und nun möchte ich im folgenden Blog das Erlebte Revue passieren lassen und meine Eindrücke, Emotionen und Erinnerungen mit euch teilen.

Kurz nachdem Chris und ich die offizielle Einladung zu den Games bekommen haben, starteten wir schwer motiviert in unsere Vorbereitungen. Ab sofort war wöchentliches Schwimmtraining mit unserem Crosszone Coach Gabriel Knoll angesagt, unser Training wurden oftmals nach draußen in die Hitze verlagert, lange Distanzen auf dem Rad zurückgelegt und viel Gewicht bewegt – sehr viel Gewicht!! Abgeschlossen haben wir unsere Games-Vorbereitung mit einem 4-tägigen Prep-Camp mit unserem langjährigen Coach und Begleiter JA Myburgh. Wir waren also prepared – „prepared fort he unknown“.

Als uns dann die News erreichten, dass bei den Games bereits nach dem ersten Event 50% aller Athleten rausfliegen sollten und das Feld auch danach von Event zu Event drastischen verkleinert werden sollte, wurde unsere Euphorie ein wenig gebremst und Nervosität machte sich breit.

Würden wir den ersten „Cut“ überstehen oder müssen wir nach einem einzigen Event schon wieder die Heimreise antreten…

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Am 22. Juli war es dann aber endlich soweit – unser Flugzeug nach Chicago hob ab. Mit im Gepäck Natacha, Chris Freundin, die unsere gesamte Reise für euch auf Instagram begleitet hat und darüber hinaus dafür gesorgt hat, dass Chris und ich immer genug und vor allem gesundes Essen hatten – Danke nochmal für deine Unterstützung.

Die erste Woche in den USA verbrachten wir in Evanston, einem Vorort von Chicago. Die Woche dient hauptsächlich dazu, den Jetlag zu überwinden, uns zu akklimatisieren und ein paar lockere Trainings-Sessions zu machen. Nach der Woche übersiedelten wir gemeinsam mit unseren Unterstützern Jürgen und Kurti, die extra aus Österreich angereist waren, sowie JA, unserm Coach nach Madison. Und dann ging der ganze Games-Trubel auch schon los.

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Montag, 29.07. – REGISTRATION

Bei der Registration wurde ich das erste Mal ein wenig nervös. Man sieht viele Athleten, die man sonst nur von Videos oder Social Media kennt, man bekommt den gesamten Timetable und alle wichtigen Infos für die Woche und Chris musste sich sogar einem Dopingtest unterziehen. Das coolste aber war zweifelsohne das Outfitting. Reebok kleidet dich von Kopf bis Fuß ein, du bekommst Shirts mit deinem Namen und deiner Landesflagge, darüber hinaus Schuhe, Accessoires und Gear bis zum Umfallen.

Dienstag, 30.07. – COACHES ORIENTATION & ATHLETE DINNER

Nachdem JA am Dienstag Nachmittag ein Coaches Briefing hatte, ging es am Abend für Chris und mich zum Athlete Dinner. Voller Spannung, eventuell das erste Workout zu erfahren, saßen wir mit rund 300 National Champions in einem großen Saal und lauschten den Reden von Games-Director Dave Castro und Founder Greg Glassman. Was wir erfahren haben?! NICHTS, absolut gar nichts! Es blieb also weiterhin spannend.

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Mittwoch, 31.07. – ATHLETE ORIENTATION

Würden wir heute das erste Workout erfahren? Auch bei der Athlete Orientation, wo uns das gesamte Gelände gezeigt und uns diverse Infos zum Ablauf des Wettkampfes gegeben wurden, hat man uns, platzend vor Neugierde, wieder entlassen. Also noch ein letzter Drop-In um nochmal den gesamten Körper zu aktivieren, viel Essen und ab ins Bett – denn am Donnerstag war es endlich soweit…

Donnerstag, 01.08. – OPENING CEREMONY & GAME DAY

In unserer Games-Uniform fuhren wir früh morgens zum Alliant Energy Center. Nachdem die Athleten aller Nationen in alphabetischer Reihenfolge aufgereiht waren, ging es für uns das erste Mal auf den Rasen des Stadions, in dem das erste Workout stattfinden würde.

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Die Opening Ceremony war ein tolles Erlebnis – mit der österreichischen Flagge einzumarschieren und eine ganze Nation zu vertreten war ein unglaublich schönes Gefühl, dass uns mit sehr viel Stolz erfüllt hat. Als alle Athleten auf dem Feld versammelt waren ertönte die unverwechselbare Stimme von Dave Castro:

„Event 1 is… 4 rounds for time: 400m run, 3 legless rope climbes @15ft and 7 squat snatches @185/130lb“

Und dann ging auch schon alles sehr schnell. Zurück in die Warm Up Area, kurze taktische Überlegungen, aufwärmen und los. Ich startete im 2. Heat mit 49 anderen Athletinnen. Standby… GO! Das Workout war für mich sehr ernüchternd. Sowohl der Lauf als auch die Snatches konnte ich relativ problemlos bewältigen. Mit den Ropeclimbes aber hat’s leider nicht so geklappt, wie ich mir das gewünscht hätte. Das Seil war extrem dick und testet die Griffkraft aller AthletInnen bis aufs Letzte. Die Ropeclimbes waren es auch, die mich in diesem Workout in die Knie gezwungen haben und nach mehreren No Reps war das Event mit einem 20 minütigen Timecap auch relativ schnell wieder vorbei. Enttäuscht von meiner Leistung bange ich darum, den ersten Cut auf 75 AthletInnen zu überstehen. Zum Glück war meine Leistung ausreichend und ich konnte mich auf Platz 72 für den zweite Event qualifizieren. Diese war:

For time:
-800m row
-66 double kettlebell push press @35/26lb
-132ft handstand walk

Ich freute mich auf das Workout. Rudern ist eine meiner absoluten Stärken und obwohl Push Presses und Handstandwalk nicht zu meinen Paradedisziplinen gehören, war ich motiviert und freute mich ein zweites Mal auf den Competition Floor zu zeigen, was ich kann. Nachdem ich beim Rudern zu den Schnellsten in meinem Heat zählte und die Pace auch bei den Push Presses einigermaßen halten konnte, wurden mir die 13. Meter langen Handstandwalk Segmente zum Verhängnis. Nach zwei absolvierten Längen und zwei weiteren, bitteren No Reps holte mich das Timecap von 10 Minuten einen Meter vor der Ziellinie ein und ich beendete das Workout auf einem unbefriedigenden 60. Platz.

CrossZone | Games Recap

Damit stand fest, dass die Games für mich mit einem 71. Platz Overall beendet waren. Ein recht fester Schlag ins Gesicht – um ehrlich zu sein! In diesem Moment fiel es mir schwer irgendetwas Positives an unserer Reise zu den Games zu finden. Ich war enttäuscht von meiner Leistung und zweifelte an meinem Können. Am meisten enttäuscht war ich allerdings von der Tatsache, dass ich so viele Stärken habe, es mir aber nicht möglich war, diese zu zeigen. Mit diesem Gefühl war ich aber definitiv nicht alleine. Auch viele andere Athleten (darunter langjährig erfolgreiche Games-Teilnehmer) wurden frühzeitig gecuttet und mussten sich den Rest der Games von den Zuschauer-Rängen aus ansehen. Ob dieses neue Format ein objektiver Test für die AthletInnen ist, ist meiner Meinung nach sehr fraglich. Kommt es doch sehr stark auf die Reihenfolge der Events an, welche Athleten sich für die weiteren Workouts qualifizieren. Ich bin sehr gespannt, ob dieses Format auch in der nächsten Saison beibehalten wird, oder ob das System nach mehrfacher, heftiger Kritik nochmals überarbeitet wird.

CrossZone | Games Recap

Ich habe meine Enttäuschung mittlerweile gut überwunden und blicke mit sehr positiven Emotionen auf die Games zurück. Es war eine unglaublich schöne und bereichernde Erfahrung, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Und das aller Beste: Ich bin so motiviert wie schon lange nicht mehr. Und das ist auch gut so, denn die Open stehen bereits vor der Tür und in knapp 8 Wochen geht die Saison und damit der ganze Spaß wieder von vorne los – I AM READY!!

P.S.: Ich kann mich gar nicht oft genug für die grandiose Unterstützung so vieler toller Menschen bedanken. Ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen. Also DANKE nochmal an meine Freunde und Familie, die gesamte Crosszone Community, all meine Sponsoren und die unglaublich großzügige Unterstützung so vieler Menschen auf „i believe in you“!