CrossZone | Austrian Throwdown 2019

Marlene Fleck, ihres Zeichens 22 Jahre jung, hat am vergangenen Wochenende mit dem Austrian Throwdown ihren ersten internationalen Wettkampf bestritten und hat für uns einen spannenden Bericht mit ihren persönlichen Eindrücken verfasst..

CrossZone | Austrian Throwdown 2019

Freitag

„Ohje, welche Nummer hatte nochmal mein BikeErgo? Ahja, steht ja eh auf beiden Handgelenken, weil sicher ist sicher. Und die D-Ball Cleans? 30? Aber warum reden die neben mir von 20? Vielleicht ist das Ganze doch noch eine Nummer zu groß für mich…“

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Ich stehe am Start von Heat 4, dem ersten Event des Austrian Throwdown 2019. Ein sandiger Auftakt eines laktatreichen Wochenendes. Das erste Workout findet Outdoor statt. Die Hitze steht. Gemeinsam mit 110 weiteren AthletInnen, darunter heuer auch internationale Top-AthletInnen wie Adrian Mundwiler oder Thuri Helgadottir, wird jetzt geschwitzt. Mit den Schuhen im Sand und innerlich fast platzend vor Nervosität ertönt endlich das Startsignal.

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So… Kopf aus. Schluss mit aufgeregt sein. Jetzt wird gearbeitet.“ 19 Minuten später sind alle (Selbst-)zweifel verflogen. Am Weg zu meinem allerersten Heat-Win bleibt keine Zeit mehr zu denken. Nachdem ich mich wieder aus dem Sand ausgegraben habe, bin ich glücklich. Glücklich über meinen 9. Platz und glücklich, denn ich weiß jetzt: Hier gehöre ich hin!

Samstag

Neuer Tag, neue Chance, neue Location. Der Wettkampf wird an den beiden weiteren Tagen in der Arena Nova (Wiener Neustadt) ausgetragen. Der Competition Floor ist in zehn Bahnen unterteilt, die von einer Tribüne eingesäumt werden, in der Mitte türmt sich ein großes Rig. Die Musik dröhnt. Anspannung liegt in der Luft. Am Menü steht ein 12 Minuten amrap bestehend aus Rudern und DT. Kein Kindergeburtstag für mich. Jetzt heißt es: Gut einteilen und konstant arbeiten.

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Über diesen schweren Brocken hinweg hilft mir die Freude auf das dritte Workout, das aus Double Unders, Wallball Shots und Handstand Walk (meiner Spezialität) besteht. „Oh oh – doch zu früh gefreut. Die Wall Ball shots gehen heute auf die Männer-Höhe.“ Nach unzähligen Ballwürfen bis hinauf zur Himmelstüre inklusive zahlreichen No-reps höre ich den Judge sagen: „Eine Minute noch.“ Ich blicke um mich und stelle fest: Ich bin Heat-Leaderin. Jetzt heißt’s marschieren. Ich schwinge in den Handstand auf und bringe die ersten 8 Meter hinter mich. 30 Sekunden noch – ob das reicht für meine letzte Länge? Jetzt einfach gehen, gehen und ja nicht aufhören. Ich höre die Sekunden: „Drei – Zwei“. Zwei Schritte fehlen noch. Genau beim Erklingen des Stoppsignals überschreite ich die Ziellinie. Puh… Punktlandung!

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Den Tagesabschluss stellt eine Snatch-Leiter dar. Die Wiederholungen sinken, das Gewicht steigt – für mich ein bisschen zu steil und ein bisschen zu hoch. Definitiv nicht mein Lieblingsworkout des Wochenendes, ehrlicher Weise noch eine Nummer zu groß, aber am Ende bin ich stolz über meine neue persönliche Bestleistung im Snatchen.

Sonntag

Auf ein letztes! Die Müdigkeit ist allen anzusehen. Eine lange Schlange für die Liegen der Physios, gequälte Blicke in der Warm-up Area. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf mein Sonntagsfrühstück: eine Bodyweight Push-Pull Kombination. Das Workout läuft wie geschmiert, ich fliege über die Stange… bis ich zu dem Moment, in dem ich spüre, wie sich beim ersten Muscle-up die Haut von meiner Hand löst. Von da an kämpfe ich mich durch mein eigenes Blutbad mit Singles über die Stange…

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Mit meiner bisherigen Leistung habe ich den ersten Cut gut hinter mich gebracht. Die besten zwanzig Athletinnen und Athleten dürfen in das Halbfinale einziehen. Thruster, Burpees und Lunges sind die Veranstalter der folgenden Laktatparty. Fokussiert arbeite ich Wiederholung für Wiederholung ab. Mein Blick wandert weder nach links noch rechts. In nur wenigen Minuten steht das Endergebnis für mich fest: ein solider 14. Platz beim Austrian Throwdown 2019, meiner ersten großen Competition als Individual.

Für die besten 10 AthletInnen geht die Reise weiter in das Finale. Dieses wird gekrönt mit einer knackigen Kombination aus Ring Muscle Ups, Power Cleans und Devils Press. Mit beeindruckendem Vorsprung holen sich wohlverdient die beiden Games-AthletInnen Kara Frey und Adrian Mundweiler den Sieg.

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Wie es jetzt für mich weiter geht? Die nächsten Tage werden Wunden geleckt. Mein Körper schreit förmlich nach Erholung. Ende Oktober steht mein zweiter Individual-Wettkampf des Jahres an – der Cyprus Throwdown. Danach heißt es: Back to Basics! Stärker werden! Die nächste Saison kommt und ich bin hungrig auf mehr!

Photos by @christopherkelemenphotography & @birgitchytracekfotografie